Die Kinder der neuen Zeit

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Die Kinder der neuen Zeit

Liebe Leser,

Ich habe in meinem Praxisalltag sehr viel Umgang mit wundervollen Kindern. Sie kommen mit ihrem vollen Potenzial in diese hochschwingende Zeit und bringen schon so viele Fähigkeiten und Feingefühl mit, dass so manche Eltern an ihnen verzweifeln. Dabei sind es wahre Geschenke, die diese Kinder für ihre Eltern dabei haben und sie selbst sind das größte Geschenk.

 

Diese Kinder der neuen Zeit sind für uns gekommen, um uns wachzurütteln.

Sie haben die Aufgabe, die Menschen wieder näher zu sich selbst zu bringen,

sie daran zu erinnern, dass sie sich in den letzten Jahren zu sehr vernachlässigt haben,

um einem äußern System gerecht zu werden.

 

Mit ihren veränderten Verhaltensweisen machen Kinder darauf aufmerksam, dass “Altes” keinen Bestand mehr hat.

Das Alte im Sinne von autoritärer Erziehung, Vernachlässigung, nicht kümmern, oder im Kopf abwesend oder stets beschäftigt zu sein.

 

Die Kinder von heute benötigen Eltern, Lehrer, Erwachsene,

die echte und wahrhaftige Vorbilder sind,

an denen sie sich orientieren können.

 

Die Welt wird immer schneller und die Informationsflut nimmt ständig zu. Da ist es für das Kind unabdingbar von Erwachsenen einen stabilen Rahmen und ein sicheres Umfeld zu bekommen. Sie brauchen spürbare Eltern und vor allen Dingen möchten sie gesehen, gehört und wahrgenommen werden.

Hier ist es wichtig, dass die Wahrnehmung nicht nur das Kind betrifft, es geht auch ganz besonders darum, dass die Erwachsenen innerlich wach werden. Wach für sich selbst, denn es ist außerordentlich wichtig, in die Selbstfürsorge zu gehen. Die Fürsorge richtet sich oft nur zum Kind hin und wenn die Erwachsenen nicht nach sich selbst schauen, kann Erziehung oder die Zeit mit den Kindern erschöpfend und belastend sein.

 

Wenn wir, die Erwachsenen lernen, für uns in die Selbstfürsorge zu gehen,

werden wir für die Kinder richtig spürbar und geben ihnen Geborgenheit, Sicherheit und Halt.

 

Dazu müssen wir bereit sein, uns selbst mit allem zu nehmen wie wir sind. Mit uns selbst ins Mitgefühl zu gehen und uns den größtmöglichen Respekt entgegen zu bringen. Uns zu vergeben und zu verzeihen, wo wir uns die größten Selbstvorwürfe machen. In die Akzeptanz und Annahme für vergangenes zu gehen, was sich nicht mehr ändern lässt. Und uns darin zu üben, im Hier und Jetzt zu sein. Je mehr wir in den guten Kontakt zu uns selbst kommen, desto mehr ehrliche Zuwendung und Verständnis entsteht auch zum Kind.

Wenn wir das schaffen, wird uns klar, dass es dem Kind nicht hilft, ihm zu sagen, du brauchst keine Angst zu haben, wenn es gerade in der Angst ist. Das hinterlässt im Kind immer ein Gefühl von nicht ernst genommen zu werden, denn die Angst ist ja schon da. Die einzige wirkliche Hilfe für das Kind ist in dem Moment zu sagen: ich sehe deine Angst!

 

Denn jedes Gefühl, egal ob es Angst, Wut oder Scham ist,

möchte gefühlt, gesehen und wahrgenommen werden und nicht beschwichtigt oder weggedrückt.

 

Das ist alles! Und damit wir das verstehen, ist es wichtig, dass der Erwachsene das mit sich selbst übt. Hier geht es um die Selbstliebe und darum auch in die Eigenverantwortung zu gehen.

Ich höre oft, wenn ich das tue, bin ich ja egoistisch. Meine eindeutige Antwort darauf ist, solange Erwachsene nicht in die Selbstfürsorge und in die Selbstliebe gehen, sind sie egoistisch. Denn in dem Moment, wo der Erwachsene nicht bereit ist, sich selbst wahrzunehmen und gut für sich zu sorgen, muss es das Umfeld tun und insbesondere die Kinder.

Ich möchte ein Beispiel erwähnen, um es einfacher und verständlicher zu machen: Das Kind macht etwas, was es nach Ansicht der Eltern nicht tun soll. Mit diesem Verhalten wird im Erwachsenen eine Scham ausgelöst. Die Reaktion der Eltern ist beispielsweise: das macht man aber nicht!

Was passiert hier also? Der Erwachsene möchte seine eigene Scham nicht spüren und gibt sie an das Kind weiter. Nun schämt das Kind sich. Wenn der Erwachsene bereit ist, sich zu reflektieren, wird er innehalten und die Situation beobachten. Er wird wissen, dass durch das Verhalten des Kindes ein eigener innerer Schmerzpunkt berührt wurde. Er würde mit dem Schmerzpunkt in Kontakt gehen, ihn zulassen, fühlen und in sich selbst heilen. Somit ist das Kind aus der Funktion entlassen und muss nicht für den Erwachsenen tragen. Damit ist das Kind frei und kann sich ganz und gar selbst in Liebe und auf seine ganz eigene Weise entfalten.

Die Aufgabe der Eltern besteht nicht immer darin Lösungen zu bieten oder für alles eine Antwort zu haben, denn wenn Eltern glauben das tun zu müssen, geht sehr viel Energie verloren. Es wichtig wach, präsent, reflektiert und in Liebe da zu sein.

Das ist insgesamt ein Weg, der sich lohnt zu gehen. Für jeden Menschen und für jede Familie. Würden wir alle Menschen den Weg der Liebe und den Weg zu uns selbst gehen, wäre diese Welt ein friedlicher Ort und die Kinder die Friedensbringer.

Wenn Sie hier Unterstützung brauchen, helfe ich Ihnen gerne, das ist mein größter Wunsch, Menschen zu ihrer eigenen Liebe zu begleiten.

Herzlichst Sabine Thelen